Vom Bürstenmacher zum Kehrmaschinen-Spezialisten

Die Geschichte des Traditionsbetriebs Stolzenberg

Das Familienunternehmen Stolzenberg kann auf über 125 Jahre Geschichte zurückblicken: Im 19. Jahrhundert ging Hermann Stolzenberg nach seiner Handwerksausbildung zum Bürstenmacher in Osnabrück auf die Wanderschaft. Im Schwarzwald und im Erzgebirge, den damaligen Zentren dieses Berufszweiges, vertiefte er seine Kenntnisse. Zurück in seiner Heimatstadt Osnabrück gründete Hermann Stolzenberg 1889 sein eigenes Unternehmen. Aus dem Handwerker wurde ein Kaufmann.

In alter Tradition stand das Hauptbuch der Firma seinerzeit unter dem Vorwort „mit Gott“. Es dokumentierte, dass dieser Kaufmann nicht eine Übervorteilung seiner Kunden anstrebt, sondern sein Gewerbe redlich und gewissenhaft betreibt. Ein Grundsatz, der für die Kehrmaschinen-Spezialisten von heute noch genauso verbindlich ist, wie für den Bürstenmacher von damals.

Wachstum und Wiederaufbau

In den zehn Jahren nach seiner Gründung wuchs das Unternehmen so schnell, dass der Betrieb zwei Mal innerhalb der Stadt Osnabrück umziehen musste. Über 100 Jahre – von 1900 bis 2002 – befand sich der Betrieb in den eigenen Immobilien an der Rehmstraße/Heinrichstraße.

Nach dem Ersten Weltkrieg trat Wilhelm Stolzenberg in die Firma ein, die mittlerer Weile an Kunden in ganz Deutschland lieferte und für ihre besonders hochwertigen Produkte bekannt war. Die Inflation sowie ein schwerer Brand in der Holzbearbeitungsabteilung stellten das Unternehmen jedoch in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg auf eine harte Probe.

Wilhelm Stolzenberg musste das Unternehmen durch ausgesprochen schwierige Zeiten führen. Bei Bombenangriffen in den Jahren 1944 und 1945 wurde der Betrieb mitsamt seinen Maschinen und Materialien vollständig zerstört. Es musste mit dem Einkauf von Papier und Bleistift, Hammer und Nägeln ein vollkommen neuer Anfang gemacht werden.

Doch schon auf der ersten Nachkriegsmesse in Köln präsentierte die Firma Stolzenberg wieder ihre Produkte. Neben der ursprünglichen Fertigung von Haushaltsbürstenwaren wurde die Produktpalette in den Jahren 1930-1935 durch die ersten Vorläufer der heutigen Kehrmaschinen ergänzt: Der Weg zu mechanischen Bodenreinigungsgeräte wurde in den Jahren um 1950 konsequent fortgeführt. Mit einer zeitgemäßen Serie von Kleinteppichkehrern und der ersten Bodenkehrmaschine zeigte sich Stolzenberg innovationsfreudig und anpassungsfähig. Erstmalig präsentierte der Kehrmaschinen-Spezialist mechanische Teppichkehrer und stellte ein vollständiges Sortiment sogenannter Bohnerbesen vor.

Zeitgeist und Wettbewerb

In der dritten Generation des Familienbetriebes trat Dieter Stolzenberg 1957 in die Firma ein. Er begann mit dem Aufbau einer vollständigen Baureihe mechanisch angetriebener Teppichkehrer, um sich auch im Wettbewerb mit internationalen Herstellern behaupten zu können. Diese Produktpalette prägte ein ganzes Jahrzehnt.

In ganz Europa bot Stolzenberg, in industriellen Fertigungsprozessen hergestellte Teppichkehrer zum ersten Mal in der Firmengeschichte auch als Private-Label-Produkte an. Der Export florierte und die ersten Private-Label-Kunden bezogen Stolzenberg Kehrmaschinen unter ihrer eigenen Marke.

Als sich abzeichnete, dass der erschwinglich werdende Haushaltsstaubsauger den Teppichkehrer vom Markt verdrängen würde, konzentrierte sich das Unternehmen auf den Teppichkehrer für die Großflächenreinigung. So entwickelte Stolzenberg in den 60er Jahren eine der weltweit ersten Handkehrmaschinen.

Einen wichtigen Meilenstein in der Unternehmensgeschichte markierte 1978 die Entwicklung des Tandem-Roller-Systems (TRS) für die industrielle Reinigung mit Kehrmaschine. Diese Technik setzte Stolzenberg in ein vollständiges Sortiment von handgeführten Kehrmaschinen um.

Flexibel und international

Wachsende Ansprüche an Effizienz und Wirtschaftlichkeit der industriellen Reinigung, die voranschreitende Globalisierung und ein verstärkter internationaler Wettbewerb sind die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts, denen sich Kai Stolzenberg seit 1996 stellt.

In der 4. Generation des Familienunternehmens realisierte er eine konsequente Ausweitung der Produktpalette – vom semiprofessionellen Handkehrgerät bis zu vollhydraulisch angetriebenen Aufsitzkehrmaschine mit Hochentleerung.

Vertriebsstrategien wurden angepasst und die Internationalisierung weiter vorangetrieben. Stolzenberg Kehrmaschinen sind heute auch von Australien bis in die USA und von Island bis Südafrika im Einsatz.Größten Wert legt das Unternehmen darauf, sein Know-how bei der Entwicklung – vom Pflichtenheft bis zu Montage der Geräte – im Haus zu behalten.

Die enge Zusammenarbeit mit Lieferanten weltweit, ein Team motivierter Mitarbeiter und die logistisch hocheffiziente Fertigung ermöglichen eine Flexibilität, mit der sich Stolzenberg auf dem Markt durchgesetzt hat. Flexibel ist Stolzenberg auch bei der Bearbeitung von Kundenwünschen. So konfigurieren wir Maschinen binnen kürzester Zeit speziell nach den Anforderungen unserer Kunden. Eine Exportquote von rund 80 Prozent beweist die internationale Ausrichtung.

Heute ist Stolzenberg einer der führenden Anbieter und Entwickler von technisch überlegenen Kehrmaschinen und innovativen Lösungen. So blicken wir mit unseren Mitarbeitern optimistisch in eine aussichtsreiche Zukunft, für eine noch sauberere Welt – durch Stolzenberg Reinigungsgeräte.